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Treppen – eine unterschätzte Gefahr

Treppe

Seit jeher stellen Treppen einen Schwerpunkt im Bereich Unfallgeschehen dar. Sowohl der Heim- als auch der Freizeit- und Arbeitsbereich sind von einem erhöhten Unfallrisiko bei Treppen betroffen, immer wieder sind Treppen Orte folgenschwerer Unfälle. Um das Unfallrisiko zu minimieren, gilt es Präventivmaßnahmen zu finden und das eigene Verhalten an die jeweilige Treppe anzupassen.

Warum stellen Treppen Unfallschwerpunkte dar?

Der tatsächliche Grund für einen Unfall an oder auf einer Treppe ist nicht immer gleich ersichtlich. In vielen Fällen ist es nicht mal die Treppe, die zum Unfall geführt hat, sondern unaufmerksames Verhalten. Das bedeutet, dass an der Unfalltreppe keinerlei Auffälligkeiten zu sehen sind. Keine Beschädigungen, keine Verunreinigungen oder Verschmutzungen. Ist der Unfall also nicht auf technische Mängel der Treppe zurückzuführen, lautet die Diagnose für den Unfall unweigerlich Unaufmerksamkeit, Unachtsamkeit oder Ungeschick. Deswegen sind neben einer einwandfreien technischen Funktion der Treppe auch Verhaltensregeln wichtig, um für eine höchstmögliche Treppensicherheit zu sorgen.

Treppenlaufen ist ein Automatismus

Statistisch gesehen treten die meisten Unfälle auf Treppen am Treppenanfang und am Treppenende auf. Im Normalfall ist ein Treppengang, ob hinauf oder herunter, ein eingespielter Prozess, den jeder schon seit Kindesalter erlernt und verinnerlicht hat. Beim Begehen der Treppe tritt also ein Automatismus ein, der sich an den Parametern Treppenabmessungen, Lichtverhältnisse, Oberflächenzustand, Geländer etc. orientiert. Wenn hier nicht mit der notwendigen Sorgfalt an die Sache herangegangen wird, kann dieser Automatismus schnell zu einer trügerischen Falle werden. Die meisten Unfälle entstehen auf „fremden“ Treppen, also Treppen die man, wenn überhaupt, noch nicht oft hoch oder runter gegangen ist. Das Gefährliche ist hier, dass sich unter Umständen die Stufenhöhen im Verlauf der Treppe verändern, dass Stufenkanten mitunter schlecht zu erkennen sind, dass die gewohnte Schrittlänge nicht mir den Abmessungen der Stufen zusammenpasst oder aber, dass Störfaktoren (Lastentragen, falsches Schuhwerk, auf den Stufen stehende Gegenstände) für ein zusätzliches Sicherheitsrisiko sorgen.

Ein ungestörter Bewegungsablauf beim Treppensteigen muss ermöglicht werden!

Welche Treppen sind die sichersten?

Diese Frage lässt sich kaum pauschal beantworten, vielmehr kommt es immer auf die jeweils individuelle Situation an. In vielen Fällen sind Massivtreppen sicherer als andere Varianten wie Wendeltreppen oder Spindeltreppen, das muss aber bei der Planung berücksichtigt werden. Die Gefahren, die beim Nutzen von Treppen ausgehen, sind vielfältig. Stolpern, ausrutschen, umknicken oder stürzen stellen hier nur die Bekanntesten dar. Die meisten Treppentypen haben ihre eigenen Vor- und Nachteile, die nicht nur in der Optik begründet sind, sondern in den Materialeigenschaften. Massivtreppen bieten in vielen Fällen auch die Vorzüge von Naturstein. Naturstein ist als natürlicher Rohstoff besonders robust und belastbar. Insbesondere als Baustoff für anspruchsvolle Bereiche ist Naturstein besonders geeignet. Außentreppen aus Naturstein sind darüber hinaus besonders witterungsbeständig. Unabhängig von Art und Typ der Treppe kann man einzelne Stufen oder den Anfang und das Ende der Treppe mit Signalband oder Ähnlichem markieren. Um das Unfallrisiko weiterhin zu minimieren, sollte man vor jedem Treppengang folgende Punkte beherzigen:

• Keine Hektik
Nervosität, Zeitdruck oder Hast führen nicht nur auf Treppen zu Stolper- oder Sturzunfällen. Bestenfalls geht man ganz ruhig, Stufe für Stufe die Treppe hoch oder runter. Ebenfalls gehört eine gewisse Konzentration mit zum Treppenseigen, auch, wenn es eigentlich ein Kinderspiel ist.

• Geländer nutzen
Sofern ein Geländer vorhanden ist, spricht nichts dagegen dieses auch zu benutzen, um die Sicherheit zu erhöhen.

• Sicht freihalten
Es macht keinen Sinn, mehr eine Treppe hinauf oder herabzutragen, als es für ein sicheres Benutzen der Treppe notwendig ist. Wer nicht mehr sehen kann, wo er hintritt, der programmiert das Risiko eines Unfalls schon vor. Sperrige Gegenstände sollten zudem immer von mindestens zwei Personen getragen werden.

• Unbedingt Treppe freihalten
Nicht umsonst ist in der Arbeitsstättenverordnung festgehalten, dass Verkehrswege freigehalten werden müssen, um jederzeit eine Nutzung zu ermöglichen. Insbesondere auf Treppen kann es fatal sein, wenn Gegenstände auf einzelnen Stufen abgestellt werden – und sei dies auch nur kurzfristig.

• Sichere Schuhe tragen
Sicherlich wird sich niemand, der in seinen eigenen vier Wänden in den Keller geht, um etwas heraufzuholen vorher sicheres Schuhwerk anziehen. Dennoch ist es insbesondere auf der Arbeit vorzuziehen sichere, trittfeste Schuhe zu tragen, wenn oft Treppen genutzt werden.

Weiterhin sollten Treppen selbstverständlich regelmäßig gereinigt werden, um das Unfallrisiko zu minimieren. Schäden sollten unverzüglich an eine verantwortliche Person gemeldet und umgehend beseitigt werden. Zusammenfassend kann man sagen, dass das Unfallrisiko auf Treppen unabhängig von der Art der Treppe, vermieden oder minimiert werden kann, wenn man auf eine ordnungsgemäße Instandhaltung der Treppe Wert legt und gleichzeitig das persönliche Verhalten beim Treppensteigen der erhöhten Gefahrensituation anpasst.

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