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Sicherheit auf der Baustelle – so verhindern Sie Unfälle

Baustelle

Natürlich gibt es an jedem Arbeitsplatz Gefahren die unter gewissen Umständen „Leib und Leben“ gefährden können. Auf einer Baustelle allerdings, das sagt auch die Unfallstatistik, sind die Gefahren fast doppelt so hoch zu verunglücken, lt Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) ereignen sich sogar 33% der tödlichen Arbeitsunfälle bei Montage- beziehungsweise Bauarbeiten. Daran haben leider auch die vielen technischen Neuerungen und die Digitalisierung nichts geändert.

Gerade deshalb ist es extrem wichtig, dass alle Unfallverhütungsvorschriften und Arbeitsschutzgesetze beachtet werden, damit schwere und tödliche Unfälle schon im Vorfeld verhindert werden können.

Sicherheit beginnt schon bei der Planung

Der Bau ist durchaus eine Welt für sich. Es gibt wechselnde Witterungs- beziehungsweise Klimaverhältnisse und viele Ortswechsel. Dazu arbeiten in der Regel relativ viele Gewerke (Handwerksbetriebe) auf einmal zusammen und das meist auf einem begrenzten Raum. Das alles birgt natürlich gewisse Gefahren.

Das können unter anderem sein:

  • Das Arbeiten in Gräben, Tunneln und Gruben aber auch in großer Höhe
  • Die Lärmbelastung auf einer Baustelle ist extrem hoch
  • Ebenso sieht es mit Staub beziehungsweise Vibrationen aus (zum Beispiel Pressluft- beziehungsweise Bohrhammer)
  • Es wird bei Nässe, großer Hitze und Zugluft gearbeitet
  • Arbeiten in sogenannter „Zwangshaltung“, beispielsweise „Überkopf“
  • Baustoffe können sogenannte Gefahren- und Giftstoffe enthalten
  • Und natürlich das Arbeiten mit Geräten und Maschinen beziehungsweise in deren Umfeld birgt auch gewisse Gefahren


Dazu kommt natürlich auch noch der „Faktor Mensch“ und der ist nun einmal ziemlich „Fehleranfällig“. Auf einer Baustelle werden beispielsweise oft die immer gleicher Arbeitsabläufe durchgeführt. Einmal nicht richtig aufgepasst, weil man ja die Handgriffe auswendig kennt und schon ist der Unfall passiert.

Dazu kommt ein häufig ein eingeschränkter Handlungsspielraum sowie eine Überschreitung der eigenen Leistungsfähigkeit. Denn auch beim besten Handwerker kann nach einer anstrengenden Aufgabe durchaus die Konzentration nachlassen. Dazu kommt ein hoher Termin- beziehungsweise Zeitdruck. Wird ein Bauvorhaben nicht ihm geplanten Zeitraum fertig können nämlich unter gewissen Umständen empfindliche Konventionalstrafen drohen. Das alles erhöht die Gefahr von schweren und leider auch tödlichen Arbeitsunfällen.

Gerade deswegen ist eine gute Planung unabdingbar – und das schon vor dem eigentlichen Baubeginn.

Zunächst einmal müssen alle Aufgabenstellungen eindeutig abgeklärt sein, sowohl Firmenspezifisch als auch die Baustelle betreffend. Daneben gibt es natürlich auch einiges zu beachten, unter anderem:

  • Die Leistungsbeschreibungen
  • Öffentlich-Rechtliche Vorschriften
  • Diverse Gesetze

 

Die Grundlage für einen wirksamen und nachhaltigen Arbeitsschutz ist die sogenannte Gefährdungsbeurteilung für alle Arbeitsplätze. Dabei gilt es nicht nur die einzelnen Tätigkeiten zu beurteilen, also Tiefbauarbeiten oder ähnliches, sondern beispielsweise auch die Wege, die dabei zurückgelegt werden müssen. Die Gefährdungsbeurteilung erfolgt durch die Unternehmensleitung, ist zwingend zu dokumentieren und muss auch auf der Baustelle ausliegen.

Außerdem sollten vor Baubeginn auch schon die verschiedenen Flucht- und Rettungswege festgelegt werden und Erste-Hilfe-Maßnahmen besprochen werden. Zudem sollte ein Notfall Rettungskonzept gemeinsam mit den Verantwortlichen erarbeitet werden. Jeder Beschäftige muss vor Baubeginn beziehungsweise vor Beginn der Tätigkeit in die Unfallverhütungsvorschriften unterwiesen werden, beispielsweise das auf der Baustelle immer ein Helm sowie Sicherheitsschuhe zu tragen sind und welche Gefahren von Werkzeugen ausgehen können. Diese Unterweisung ist übrigens in regelmäßigen Abständen zu wiederholen und der Mitarbeiter muss schriftlich bestätigen, dass er unterwiesen worden ist.

Welche Schutzausrüstung muss getragen werden?

Schutzausrüstung auf der Baustelle

Das A und O des Arbeitsschutzes ist natürlich die sogenannte Schutzausrüstung (PSA) die während des Arbeitseinsatzes getragen werden muss. Auf einer Baustelle sind dies beispielsweise:

  • Helm
  • Schutzbrille
  • Sicherheitsschuhe
  • Gehörschutz
  • Knieschutz (beispielsweise bei Fliesenlegern)
  • Schutzmaske (und diese nicht nur in Zeiten von Corona tragen!)

Weiterhin muss dafür gesorgt werden, dass unbefugte Personen sich keinen Zutritt zur Baustelle verschaffen können. Deswegen sollte die komplette Baustelle abgesperrt werden und zwar so, dass auch nach Feierabend sich niemand unerlaubt Zutritt verschaffen kann. Weiterhin sollten natürlich auch dementsprechende Verbotsschilder gut sichtbar aufgehängt werden: „Betreten der Baustelle verboten.“

Ohne die passende Schutzausrüstung kann auf der Baustelle nichts geschehen. Daher werden die relevanten Teile oft per Expressversand nachgeschickt. Ein Tag Baustelle ohne Arbeit kostet nämlich wesentlich mehr Geld.

Arbeiten in großen Höhen – die Absturzsicherung

Wird in großen Höhen gearbeitet dann spielt die sogenannte Absturzsicherung eine besondere Rolle.

Die Sicherheitsmaßnahmen die zu treffen sind, sind dabei zum einen natürlich abhängig von der Höhe, in der die Arbeiten ausgeführt werden müssen. Zum anderen von den Tätigkeiten die ausgeführt werden.

In allererster Linie sollen natürlich die Abstürze der Mitarbeiter verhindert werden beziehungsweise wenn sie denn fallen diese sicher aufgefangen werden. Zur Absturzsicherung gehören unter anderem Gerüste, fahrbare (Hub-) Arbeitsbühnen und Sicherheitsnetze. Ist deren Einsatz nicht möglich muss die Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz getragen werden. Dazu gehören unter anderem spezielle Sicherheitsgurte.

Arbeit in der Höhe

Wer ist eigentlich verantwortlich für das Thema Arbeitsschutz auf der Baustelle?

Nach der BaustellV sind auf der Baustelle selbst für die Einhaltung der Arbeitsschutzmaßnahmen Bauherr, Koordinator, Bauleiter, Architekt, die Unternehmer und natürlich die Sicherheitsfachkräfte zuständig.

In erster Linie haben allerdings die Firmeninhaber der einzelnen Gewerke die Verantwortung, dass ihre Mitarbeiter sich auch an die Sicherheitsbestimmungen auf der Baustelle halten.

ALLE am Bauvorhaben beteiligte Personen müssen übrigens vor Baubeginn über die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen beziehungsweise die bestehenden Risiken aufgeklärt werden. Dadurch werden Verletzungen durch Unwissenheit zumindest minimiert und unnötige Gefahren so gut wie ausgeschlossen.

Damit die Sicherheit auf der Baustelle gewährleistet ist gibt es natürlich gewisse Vorschriften die zu erfüllen sind. Diese sind:

  • Die Arbeitsschutzverordnung
  • Die Arbeitsstättenverordnung
  • Die Betriebssicherheitsverordnung
  • Die Baustellenverordnung (die bereits oben schon erwähnt wurde)

Außerdem hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin auch noch verschiedene Regeln zum Thema „Arbeitsschutz auf Baustellen“ erlassen.

Vernunft – der größte Faktor beim Thema Arbeitsschutz

Mit der Einhaltung der Sicherheitsvorschriften lässt sich die Gefahr, die von der Arbeit auf einer Baustelle ausgeht, natürlich nicht eliminieren. Denn auf einer Baustelle arbeiten nun mal Menschen und durch Fehler oder Unachtsamkeit kann es zu kleineren oder größeren Unfällen kommen. Da kann es auch durchaus hilfreich sein, wenn man als Chef an die Vernunft seiner Mitarbeiter appelliert verschiedene Dinge einfach zu Unterlassen beziehungsweise immer die Schutzausrüstung zu tragen. Zudem sollten die verschiedenen Baumaterialien immer ordnungsgemäß und sachgerecht gelagert werden.

Natürlich sind die Gesetze und Regeln zum Thema „Sicherheit auf der Baustelle“ sehr umfangreich. Aber lieber einmal zu viel unterwiesen und nachgeschaut, als ein schwerer oder tödlicher Arbeitsunfall auf der Baustelle. Weißt die zuständige Berufsgenossenschaft nämlich sogenannte Fahrlässigkeit nach, kann das für die beteiligten Verantwortlichen unter gewissen Umständen extrem teuer werden.

Unfälle werden sich nie zu 100 Prozent verhindern lassen. Aber gerade die Einhaltung der verschiedenen Arbeitsschutzbestimmungen können helfen die potenziellen Gefahrenquellen zu minimieren.

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