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Sicherheit bei der Arbeit mit schweren Geräten

Sicherheit bedeutet, dass eine Situation oder ein Zustand frei von Risiken ist beziehungsweise als gefahrenfrei eingestuft wird. Diese Sicherheit gilt sowohl für jedes einzelne Individuum als auch für unbelebte Objekte oder Systeme. Unter Arbeitssicherheit wird im weiterführenden Sinne, die Sicherheit der Beschäftigten bei der Arbeit verstanden. Sie ist Bestandteil des Arbeitsschutzes im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes, welches sowohl Maßnahmen zur Verhütung von Unfällen bei der Arbeit und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie eine menschenwürdige Gestaltung der Arbeit fordert. Die rechtliche Grundlage zur Arbeitssicherheit bilden das Arbeitsschutzgesetz und das Sozialgesetzbuch SGB VII sowie das Gesetz für Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Die Überwachung des Arbeitsschutzes obliegt in Deutschland den Gewerbeaufsichtsämtern sowie den gesetzlichen Unfallversicherungen und Berufsgenossenschaften, die mit der Aufgabe betraut sind, gesetzliche Vorschriften für Unfallverhütung zu erlassen.

Für jeden Betrieb gilt: Sicherheit zuerst, die Mitarbeiter sind Ihr höchstes Gut! Wer die Arbeitssicherheit fördert, steigert auch die Sicherheit der Waren und Produkte seines Unternehmens sowie die damit einhergehenden Dienstleistungen. Die Arbeitssicherheit richtet sich dabei nach den staatlichen Vorschriften. Hinzukommen sollten ortsspezifische Regeln, die das Tragen von zum Beispiel Sicherheitsschuhen, Helmen oder der richtigen Schutzkleidung, Schutzbrillen und weiterer Sicherheitsutensilien mit einzubeziehen.

Die Pflicht des Unternehmers ist eine jährliche Sicherheitsunterweisung der Mitarbeiter. Des Weiteren muss bei einer Einstellung sowie vor jeder neuen Tätigkeit eine Sicherheitsunterweisung erfolgen. Eine anlassbezogene Sicherheitsunterweisung nach einem Unfall ist ebenfalls Voraussetzung. Zu einer Sicherheitsunterweisung zählen dabei, das Bedienen von Maschinen und der Umgang mit Gefahrstoffen. Das Verhalten während Transportarbeiten beim Heben und Tragen von Material und Maschine. Dazu zählen aber auch Einweisungen zum richtigen Umgang mit elektrischen und mechanischen Geräten sowie das richtige Verhalten bei Unfällen, Bränden und im Gefahrenfall.

Baggerlader

Der Umgang mit schweren Maschinen

Für den sicheren Umgang mit schweren Maschinen ist es notwendig, die Beschäftigten über die Bedienung, die Gefahren bei der Handhabung des Gerätes und deren Abwendung durch vorliegende Schutzmaßnahmen zu unterweisen.

Maschinen sind mechanische Werkzeuge, deren Gefahrenpotenzial von Stoß- und Schneidstellen ausgeht, an denen Beschäftigte gequetscht oder anderweitig verletzt werden können. Des Weiteren können sich Gegenstände von Maschinen lösen oder anderes Werkzeug und Material auf Beschäftigte herabstürzen. Bedienende Personen sind hingegen vor allem durch verursachten Lärm, mechanische Kräfte sowie durch Gerätetemperaturen, gefährdet. Austretende Gase, Dreck und Flüssigkeiten stellen ebenfalls vorhandenes Gefahrenpotenzial dar.

Die häufigsten Gefahren beim Bedienen von schweren Maschinen im Überblick sind:

1. Einquetschen zwischen Maschinenteilen
2. Von Rollen und Bändern erfasst werden
3. Verletzungen an rotierenden Teilen
4. Schnittgefahr an scharfen Gegenständen
5. Abscherungen zwischen Maschinenteilen
6. Austreten von Stoffen unter Druck und Temperatur

Allgemeine Grundsätze

Grundsätzlich dürfen an Maschinen nur Beschäftigte arbeiten, die vorher über den Umgang beim Arbeiten mit der Maschine unterwiesen wurden. Ist die Maschine defekt oder funktioniert nicht korrekt, darf die Maschine nicht in Betrieb genommen werden. Über jede Störung muss der Kundendienst sofort benachrichtigt werden. Beschäftigte dürfen Störungen nur selbst beseitigen, wenn sie vorher darin unterwiesen wurden. Das Gleiche gilt für Wartungsarbeiten, die nur geschultes Personal durchführen darf. Bei Einsatz an einer Maschine sind persönliche Schutzmaßnahmen notwendig, so ist das Tragen von Schmuck nicht erlaubt und für die Arbeit entsprechende Kleidung zu tragen. Körperzusätze wie Haare sind dementsprechend zu verknoten oder unter einer Mütze zu tragen. Sollten entsprechende Schutzeinrichtungen, wie Abdeckungen, Notschalter oder Lichtschranken defekt sein oder komplett fehlen, ist die Inbetriebnahme einer Maschine nicht gestattet.

Schutzeinrichtungen für schwere Maschinen

Schutzeinrichtungen für schwere Maschinen haben die Aufgabe, Beschäftigte und Mitarbeiter vor Gefahren und gesundheitlichen Schäden, die an und um die Maschine auftreten können, zu bewahren. Schutzeinrichtungen werden unterschieden in:

trennende Schutzeinrichtungen, die Beschäftigte vor Gefahren durch Abdeckung, Schutzgitter oder einer Umzäunung schützen. Eine ortsgebundene Schutzeinrichtung trennt den zu bedienenden Mitarbeiter einer Maschine von dem gefährlichen Ort komplett ab. Abweisende Schutzeinrichtungen, wie Schutzbleche und Schutzabdeckungen, die direkt an der Maschine angebracht werden, trennen die ausübende Person vor Gefahr durch rotierende oder mechanisch arbeitende Teile der Maschine. Des Weiteren gibt es Schutzeinrichtungen, wie die Reißleine oder die Lasersperre, welche bei Annäherung auslösen und einen Stromkreis unterbrechen, sobald sich eine Person der Gefahrenquelle nähert. Außerdem ist jede Maschine mit einem Notausschalter ausgestattet, der sofort den Stromkreis des Arbeitsgerätes unterbricht und damit auch seine Stromzufuhr.

Der Führerschein für den Gabelstapler

Ein Gabelstapler gehört zu den Flurförderzeugen und wird innerbetrieblich für den Warenumschlag und Transport benötigt. Gabelstapler verfügen über einen eigenen Antrieb mit einem Hubgerüst, mit dem es möglich ist, Waren und Gegenstände zu stapeln oder in Lagerregalen zu sortieren und sondieren. Besonders eignet sich der Gabelstapler zum Transport von Paletten. Dabei ist das wesentliche Element des Gabelstaplers eine Hubeinheit mit Mast und Gabelträger. Der Gabelträger besteht aus zwei parallel zueinander angeordneten und verstellbaren Gabelzinken, die hydraulisch in der Höhe bewegt werden können.

Jeder, der mit einem Flurförderzeug arbeiten will, benötigt dafür einen Gabelstaplerführerschein sowie die damit einhergehende jährliche Sicherheitsunterweisung. Ein Flurförderzeug zu bedienen erfordert nicht nur Können und Geschick, sondern auch ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein. Hierzu bietet der Erwerb eines Gabelstaplerführerscheins Möglichkeiten für neue Aufgaben und Verantwortung im Beruf.

Voraussetzung zum Führen eines Gabelstaplers

Jeder, der einen Gabelstapler bedient, muss nach dem DGUV-Grundsatz 308-001 der Berufsgenossenschaft eine umfangreiche Staplerschulung absolvieren sowie eine theoretische und praktische Gabelstapler Führerscheinprüfung ablegen. Die Grundvoraussetzungen für die Staplerscheinprüfung sind das Mindestalter von 18 Jahren sowie ein körperlicher Eignungstest. Eine gängige Fahrerlaubnis wird für den Erwerb eines Gabelstaplerführerscheins vorausgesetzt.

Die Theorie eine Staplerschulung sollte inhaltlich die rechtlichen und betrieblichen Grundlagen für den Aufbau und die Funktion von Flurförderzeugen erläutern sowie auf alle gängigen Antriebsarten eingehen. Die Schulung sollte des Weiteren die Standsicherheit erläutern und auf das Verhalten bei einem Unfallgeschehen eingehen. Zudem sollten Fahrschüler auf den Betrieb, seine Verkehrswege und Regeln und den Umgang innerhalb des Betriebes mit Lasten eingewiesen werden.

Bedingung für den Erwerb eines personenbezogenen Fahrausweises für Flurförderzeuge ist eine schriftliche und praktische Prüfung. Die praktische Prüfung beinhaltet eine Einweisung des Arbeitsgerätes und seiner Bedienbarkeit sowie Fahrübungen nach DGUV-Grundsatz 308-001. Der Gabelstaplerführerschein ist danach unbefristet gültig. Personen, die beruflich einen Gabelstapler bedienen, müssen im Rahmen des betrieblichen Arbeitsschutzes einmal im Jahr unterwiesen werden.

Die Hebebühne und Hubarbeitsbühne

Die Arbeitsbühne ist eine hubfähige Standfläche und wird bei Reparatur- sowie Wartungsarbeiten als Lagerplatz und zur Beförderung von Mensch und Material verwendet. Man unterscheidet zwischen Hubarbeitsbühnen und Hebebühnen, sowie allgemein Arbeitsbühnen ohne eigenen Antrieb. Die Hubarbeitsbühne ist eine Aufenthaltsbühne mit einem hydraulischen oder elektromechanischen Antrieb sowie einem Ein- und Ausstieg. Die Bühnen werden entweder über einen beweglichen Trägerarm oder einer Scherenkonstruktion mechanisch bewegt. Bühnen mit ausschließlich vertikaler Bewegung und einem senkrechten Mast werden Hebebühnen genannt.

Hubarbeitsbühnen, Hebebühnen und Arbeitsbühnen zählen allgemein zu den technischen Arbeitsgeräten mit sehr hohem Gefährdungspotenzial. Die Berufsgenossenschaften schreiben daher jedem Betrieb eine Unterweisung hinsichtlich der Bedienung von Hebebühnen und Hubarbeitsbühnen in Schulungen vor. Die Unternehmen sind verpflichtet, Mitarbeiter über Gefahren bei der Bedienung von Hebebühnen mindestens einmal jährlich aufzuklären.

Voraussetzungen zum Bedienen von Hubarbeitsbühnen

Vorrausetzung zur Erlangung eines Hubarbeits- und Hebebühnenführerscheins ist die gesundheitliche Eignung und ein Mindestalter von 18 Jahren des Auszubildenden. In einer circa zweitägigen Grundausbildung werden dabei Erfahrungen und der technische Umgang mit Hubarbeitsbühnen gelehrt.

Weitere Sicherheitsmaßnahmen zur Eingrenzung von Unfällen sind die Vermittlung von Sicherheitsregeln und Schutzausrüstung sowie die Überprüfung des Gerätes durch Sichtkontrollen vor der Arbeitsbetätigung. Das Verhalten bei Unfällen und Störungen sowie das Verhalten an unterschiedlichen Betriebsstätten und Verkehrswegen sollte ebenfalls Teil einer Schulung sein.

Der Führerschein zum Bedienen von Hubarbeitsbühnen sollte eine praktische und theoretische Prüfung beinhalten und mit einem personenbezogenen Bedienerausweis für Hubarbeitsbühnen abgeschlossen werden. Die Mitarbeiter sollten in einer mindestens halbtägigen Schulung im Jahr vorhandene Kenntnisse und Grundlagen weiter vertiefen und neue betriebliche Änderungen vermittelt bekommen.

Bagger

Der Bagger

Der Bagger ist eine Baumaschine zum Lösen und Abtransport von Erdschichten, Rohstoffen und Materialien. Er wird vor allem zum Ausheben von Erdvertiefungen, wie etwa Baugruben und Schächten, sowie für die Bewegung von Schüttgut verwendet.

Unterschieden werden Bagger nach der Mechanik der Hubvorrichtung in mechanisch, pneumatisch oder hydraulisch und ihrem damit einhergehenden Einsatzgebiet in Löffelbagger, Greifbagger und Tiefschürfbagger.

Die Folge einer unsachgemäßen Bedienung einer Baumaschine, wie den Bagger, kann zu erheblichen Personen- und Sachschäden führen. Daher schreiben die Berufsgenossenschaften einen Nachweis über eine Unterweisung zur Handhabung des Gerätes und einen Baumaschinenbedienerausweis beziehungsweise Baumaschinenschein vor.

Voraussetzungen zum Bedienen einer Baumaschine

Voraussetzung für das Bedienen einer Baumaschine ist die Teilnahme an einer Schulung für Baumaschinenbediener, die in der Regel ein Mindestalter von 18 Jahren voraussetzt. Des Weiteren sind eine gesundheitliche Eignung sowie der Besitz eines für den Straßentransport geltenden Führerscheins der Klasse B oder L erforderlich. Für das Betreiben einer Erdbaumaschine, Tiefbaumaschine und Straßenbaummaschine wird sehr oft zusätzlich auch ein Führerschein der Klasse CE zum Nachweis verlangt.

In einem dafür qualifizierten mehrtägigen Seminar werden dazu rechtliche Grundlagen, Unfallverhütungsmaßnahmen und die Bedienungsvorschriften für das jeweilige Baugerät geschult. Dazu gehören neben sicherheitsspezifischen Grundlagen, wie der Standsicherheit des Fahrzeugs sowie die Baustellensicherung und dem richtigen Verhalten bei Unfällen und Gefahrensituationen, auch praktische Übungen, wie das Verladen sowie die Pflege und Wartung der Baumaschine.

Am Ende des Führerscheinkurses für Bagger wird eine Theorieprüfung abgefragt und es erfolgt ein praktischer Test. Mit bestandener Prüfung erhält man einen Baumaschinenführerschein, der sowohl maschinenspezifisch als auch personenbezogen ist.

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