Kubotan

Kubotan: traditionelle Kampfsportwaffe zur Selbstverteidigung

Heutzutage belegen immer mehr Menschen Selbstverteidigungskurse, weil sie Angst vor Überfällen haben. Inzwischen bieten viele Kampfsportschulen sogar Kurse an, in denen die Teilnehmer den Umgang mit dem Kubotan zur Abwehr von Angreifern erlernen.

Schon seit Tausenden von Jahren verwenden japanische Kampfkünstler einen dem heutigen Kubotan ähnlichen Schlagstock. Auch auf den Philippinen werden derartige Waffen traditionell zur Selbstverteidigung eingesetzt. Wiederentdeckt wurde die Abwehrwaffe von dem japanischen Großmeister Takayuki Kubota. Seit 1978 wird sie von den weiblichen Polizisten des Los Angeles Police Department am Schlüsselbund getragen.

Was ist ein Kubotan und wozu verwendet man es?

Der Kubotan ist ein robuster Stock aus Metall, Hartholz oder Kunststoff, den man in einer Notwehrsituation einhändig zur Schlag und Stoß-Verstärkung verwendet. Der 13 bis 15 cm lange und je nach verarbeitetem Material 1 bis 2,5 cm dicke Stock kann noch zusätzlich mit Griffrillen versehen sein oder eine leicht aufgeraute Oberfläche haben. So liegt er rutschfest und sicher in der geschlossenen Faust. Richtig angewendet, steht der Kubotan an den beiden Seiten der Hand ein wenig über.

Manche Modelle sind an einem Ende zugespitzt und am anderen leicht abgerundet. Andere wiederum haben zwei abgerundete Enden oder ein abgerundetes und ein kantiges Ende. Kubotan werden seit ihrer Zulassung im Jahr 1978 als Schlüsselanhänger verwendet und haben daher an einem Ende eine Bohrung mit einem metallenen Schlüsselring. Im Bedarfsfall können sie schnell und unproblematisch abgemacht werden.

Der Schlagstock erhöht die Festigkeit der geballten Faust, sodass man auf seinen Aggressor härter einschlagen kann. Die überstehenden Enden des Kubotan setzt man gegen seine Finger, Handgelenke und andere sehr schmerzempfindliche Druckpunkte des Körpers ein. Zu diesen gehören beispielsweise auch Unterkiefer, Rippen, Ellenbogen, Kniekehlen und die Schlüsselbein-Vertiefungen.

Das Kubotan eignet sich für Männer und Frauen gleichermaßen. Da es gemäß dem deutschen Waffengesetz nicht als Hieb- und Stoßwaffe gilt, darf man es legal mit sich führen. Allerdings sollte man es wirklich nur im Notfall und in einer Notwehrsituation einsetzen. Um bei eventuellen Rechtsstreitigkeiten auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt es sich, nur Kubotan Modelle mit abgerundetem oder kantigem Ende zu verwenden. Kubotan mit spitzem Ende könnten als Angriffswaffe gedeutet werden.

Kubotan Sondermodelle

Außer den normalen Modellen gibt es noch den Koppo. Er hat eine Schlaufe am Mittelteil und Ende, durch die man zwei Finger steckt. So kann man seinen Schlagstock auch dann nicht verlieren, wenn der Gegner einem die Hand öffnet. Außerdem kann man noch zusätzlich seine Hand zum Greifen einsetzen.

Ein kubotanähnliches Äußeres haben auch die so genannten Tactical Pens. Bei ihnen handelt es sich um Spezial-Kugelschreiber, die man ebenfalls als Abwehrwaffe nutzen kann. Zum Schreiben zieht man einfach die Schutzkappe mit dem Metallclip ab. Er erlaubt das Anklippsen an der Kleidung. Manche Modelle verfügen noch zusätzlich über eine integrierte LED-Leuchte und Batterie, sodass man sie als Taschenlampe verwenden kann.

Wie erlernt man Kubotan Techniken?

Wer einen speziellen Kubotan Lehrgang besuchen möchte, benötigt dafür keine besondere Kondition oder Vorkenntnisse in einer Kampfsporttechnik. Da es nur wenige Techniken gibt, kann er sie innerhalb kurzer Zeit erlernen. In dem Kurs erfährt er, wo er das Kubotan trägt und wie er es zieht und hält. Außerdem lernt er aus dem Kyusho Jitsu, wo sich die sensiblen Druckpunkte befinden und wie er sie besonders effizient trifft. Man zeigt ihm, wohin er schlagen oder stechen muss, wenn er bereits auf dem Boden liegt oder festgehalten wird.

Außer den Kyusho Jitsu Schulen bieten noch Krav Maga, Aikido, Jiu Jitsu, Karate und Kung Fu Kampfsportschulen derartige Kurse an. Übrigens: Kubotan Techniken lassen sich – falls man seinen Schlagstock einmal nicht zur Hand hat – auch mit normalen Alltagsgegenständen wie einer Taschenlampe ausführen.