Feuerwehrhose

Das Beinkleid der Feuerwehrleute und deren Entwicklung

Neben der Feuerwehrjacke, dem Feuerwehrhelm und den Stiefel, ist ein wichtiges Element der persönlichen Schutzausrüstung von Feuerwehrleuten, die Feuerwehrhose. Heute ist eine Feuerwehrhose nicht gleich eine Feuerwehrhose. Vielmehr gibt es hier unterschiedliche Modelle, die laufe der Entwicklung und aus Erfahrungen entstanden sind.

Die Feuerwehrhose und deren Entwicklung

Früher wurde eine Feuerwehrhose aus Stoff hergestellt, sie erfüllte damit keine Anforderungen an den Schutz vor Flammen und Hitze. Ein Schutz vor Verletzungen durch Glas oder einen Witterungsschutz, konnte sie ebenfalls nicht leisten. Wobei gerade diese Faktoren bei der Bekämpfung von einem Brand die größte Gefahr darstellen. Schaut man zu den Feuerwehren in andere Länder, zum Beispiel zu den Firefightern der New Yorker Feuerwehr, so bestand hier die Feuerwerhose lange aus einer Blue Jeans. Natürlich erfüllte auch diese keinen Schutz vor Flammen, Hitze oder Wasser. Vielmehr versuchte man einen zusätzlichen Schutz durch die Feuerwehrstiefel mit langen Stulpen zu gewährleisten. Aber auch das funktionierte nur bedingt. Im Vergleich zu heute, waren die damaligen Modelle sicherlich bequemer und auch deutlich leichter. Dafür kam es aber auch sehr oft zu schweren Verletzungen, teils auch mit tödlichem Ausgang für die Feuerwehrleute. Heute sind schwere Verletzungen oder Unfälle mit einem tödlichen Ausgang, selten bei den Feuerwehren im Vergleich zu früher geworden. Dass ist vor allem den letzten 20 Jahren und den Entwicklungen bei der Feuerwehrhose zu verdanken.

Unterschiede bei der Feuerwehrhose

Wenn man heute von einer Feuerwehrhose spricht, so muss man unterscheiden. So gibt es ein- und mehrlagige Feuerwehrhosen. Umgangssprachlich spricht man auch von einer leichten Feuerwehrhose und einer Feuerwehrhose als Überhose, oft auch als schwere Feuerwehrhose bezeichnet. Egal ob leichte oder schwere Feuerwerhose, maßgeblich bei der Herstellung ist die EN 469. Hierbei handelt es sich um eine europäische Norm für die Herstellung von Feuerschutzbekleidung. Dazu gehört nicht nur die Feuerwehrhose die über diese EN-Norm geregelt wird, sondern auch andere Teile der persönlichen Schutzausrüstung für Feuerwehrleute, wie zum Beispiel die Feuerwehrjacke.

Die leichte Feuerwerhose

In Deutschland war lange die einlagige Feuerwehrhose aus Baumwolle das A und 0 für jeden Einsatz, egal ob Brand oder eine technische Hilfeleistung. Auch heute befinden sich noch Feuerwehrhosen aus Baumwolle, aber auch aus Stoffen wie Nomex in der Verwendung. Nicht selten werden diese aber nur als Diensthose, gerade für Einsätze aus dem Bereich der technischen Hilfeleistung verwendet. Sie ist sehr leicht im Gewicht. Eine leichte Feuerwehrhose verfügt über seitliche Taschen und eine Tasche am Gesäß. Je nach Modell ist die Feuerwehrhose mit Reflektoren im unteren Bereich ausgestattet. Diese sind in den Farben Gelb und Silber gehalten. Welchen Zweck sie hierbei erfüllen, ist klar. Damit soll die Wahrnehmbarkeit der Feuerwehrleute, gerade in den Nachtstunden erhöht werden. Die einlagige Feuerwehrhose ist als Latzhose, aber auch als Bundhose verfügbar.

Die schwere Feuerwehrhose

Neben der leichten Feuerwehrhose aus Baumwolle, gibt es noch die schwere Feuerwehrhose aus Nomex. Man spricht hier auch von einer Überhose. Sie wird vor allem bei Brandeinsätzen getragen, da sie für eine zusätzliche Isolierung von Hitze und Flammen, aber auch vor Wasser und Wasserdampf sorgt. Wie bei einer Feuerwehrjacke, verfügt eine solche Feuerwehrhose über eine entsprechende Dicke aus mehreren Schichten. Die Feuerwehrhose als Überhose ist in einer Latzform gehalten. Als Latzhose kann man sie leicht öffnen und schließen. Je nach Modell gibt es noch seitliche Schlaufen, die für einen besseren Sitz beitragen kann. Sie wird einfach über die vorhandene Kleidung gezogen, nur dann erfüllt sie auch ihre volle Schutzwirkung. Die gute Isolierung die von einer solchen Feuerwehrhose ausgeht, hat ihre Vor- und Nachteile. Eine der Vorteile ist der umfangreiche Schutz vor Feuer und Hitze die sie bietet. Doch es gibt auch Nachteile, die man gerade als Feuerwehrführungskraft beim Einsatz seiner Feuerwehrleute beachten muss. Dazu gehört das Gewicht der Hose und die erhöhte Isolierung. Durch die Isolierung kann es zu einem Wärmestau und einem hohen Flüssigkeitsverlust kommen. Dementsprechend oft, gerade bei warmen Temperaturen im Sommer muss man seinen Feuerwehrleuten auch Pausen zur Regneration geben. Hier spielt dann auch das Gewicht der Feuerwerhose eine Rolle.

Weitere Ausstattungsmerkmale bei der Feuerwerhose

Hinsichtlich der Ausstattung einer Überhose, so verfügt diese nicht nur über seitlichen Taschen, sondern auch über Reflektoren am unteren Ende und an der Seite der Feuerwehrhose. Auch hier spielt natürlich die Wahrnehmbarkeit der Feuerwehrleute, gerade im Straßenverkehr eine große Rolle. Da man sich bei der Brandbekämpfung aufgrund der schlechten Sicht meist am Boden bewegen muss, verfügt die Feuerwehrhose hier über einen besonderen Schutz. Zum einen sind die Flächen rund um das Knie mit einer Schutzfläche versehen, sodass es zum Beispiel zu einem Aufschneiden der Feuerwerhose durch Splitter und Scherben nicht kommen kann. Es handelt sich somit um einen Schutz vor Verletzungen. Bei dieser zusätzlichen Schutzfläche handelt es sich um eine Art Gummi. Im Übrigen, diese Schutzflächen aus Gummi findet man auch unten an der Feuerwehrhose. Hier sorgen diese Schutzfläche dafür, dass es zu keinen Beschädigungen kommen kann.

Die Haltung bei der Brandbekämpfung ist meist auf den Knie. Diese Körperhaltung geht natürlich auf Dauer auf die Knie und damit auch auf die Gelenke und die Gesundheit der Feuerwehrleute. Hier sind in die Feuerwehrhose Polster eingearbeitet. Diese sorgen für einen Schutz und Entlastung der Knie. Eine Verstärkung der Kniefläche findet man so im übrigen bei einer einlagigen Feuerwehrhose nicht. Die Polster bei der Feuerwehrhose kann man jederzeit bei Bedarf entfernen oder tauschen.

Pflege und Wartung

Wie generell bei Feuerwehrkleidung, kann man diese bei einem Riss oder einem anderen Schaden nicht einfach mit Nadel und Faden nähen. Vielmehr muss hier nach den Vorgaben der Hersteller eine fachgerechte Reparatur durchgeführt werden. Dazu kann es je nach Schaden erforderlich sein, dass zum Beispiel der Schaden mit einem Flicken oder einer Nah versehen werden muss. Hierbei muss der gleiche Stoff beim Flicken und beim Faden verwendet werden, wie der Oberstoff der Feuerwehrhose. Grundsätzlich sollte man die Reparatur einer Feuerwehrhose immer einer Fachwerkstatt überlassen. Wobei man natürlich auch nicht jeden Schaden reparieren kann. An dieser Stelle auch ein Hinweis zur Beflammung oder starken Hitze bei einer Feuerwehrhose. Ist eine Feuerwehrhose einer Beflammung oder Hitze ausgesetzt gewesen, so muss man diese auf Beschädigngen prüfen. Ob eine Beschädigung vorhanden ist, kann man bei einer Feuerwehrhose an einer farblichen Veränderung feststellen. Gerade eine direkte Beflammung hat in der Regel zur Folge, dass man diese aussondern muss, da sie nicht mehr die Sicherheitsanforderungen erfüllt.

Darum ist das Waschen eine Pflicht

Ein weiterer Aspekt bei einer Feuerwehrhose ist die Pflege. Gerade nach einem Brandeinsatz muss eine Feuerwehrhose gewaschen werden. Beim Waschen sind die Vorgaben der Hersteller maßgebend, hier gibt es auch Unterschiede. Wer sich die Frage stellt, warum man eine Feuerwehrhose nach einem Einsatz waschen muss, so ist das einfach erklärt. Gerade bei einem Brand, aber auch bei einer Hilfeleistung wie einem Ölunfall oder einem medinzinischen Notfall, können sich Schadstoffe in der Feuerwehrhose festsetzen. Würde man die Feuerwehrhose nicht waschen, würde man dadurch diese Schadstoffe verteilen und es besteht die Gefahr, dass man diese über die Haut aufnimmt.

Beschaffung einer Feuerwehrhose

Eine Feuerwehrhose muss gut sitzen, aus diesem Grund sollte man auch sorgfältig bei der Beschaffung sein. Dazu gehört zum Beispiel die Durchführung von Trageversuche und die Bewertung der einzelnen Modelle. Denn wenn eines klar wurde, es gibt bei den Feuerwehrhosen große Unterschiede, die man bei der Beschaffung nicht vernachlässigen kann. Wichtige Informationen für Beschaffer und Feuerwehren findet man in der DGUV Information 205-020.